Heimatfest Wettlauf mit Trickserei

Igel und Hase wärmen sich für den Wettlauf auf. Da machen auch die Kinder vor der Bühne mit.

Igel und Hase wärmen sich für den Wettlauf auf. Da machen auch die Kinder vor der Bühne mit.

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Andreas Löffler

Ebersroda -

Olympia, das gab es am Sonnabend nicht nur in Rio, sondern auch im Gleinaer Ortsteil Ebersroda. Mit Blick auf das Großereignis im Zeichen der fünf Ringe wurde in Ebersroda das sportlichste Märchen der Brüder Grimm aufgeführt: Der Wettlauf zwischen Hase und Igel. Auch wenn Doping in dieser Geschichte kein Thema ist, so ganz fair geht es in diesem Märchen, in dem Herr und Frau Igel den überheblichen Hasen austricksen, bekanntlich ja auch nicht zu.

Stefanie Bieling (Herr Igel), Sarah Hager (Frau Igel) und Simone Rauhut (Hase) waren die Akteure. Anika Werner las die verbindenden Texte aus einem großen Märchenbuch. Die Darsteller waren mit großem Spaß bei der Sache, was aufs Publikum übersprang. Es war schon ganz köstlich, wie Herr Igel beim Kuchen-Frühstück die heikle Wette mit dem Lauf-Ass, die Frau Igel so in Angst versetzte, auf die leichte Schulter nahm. Die Kostüme waren mit Sorgfalt gestaltet und unterstrichen den Charakter der Figuren: Der Hase trat mit Zylinder und Business-Sakko zum Wettlauf an, die Igel im bodenständigen Blaumann. Als sich die Kontrahenten für den großen Wettlauf warm machten, wurde auch der Nachwuchs des Dorfes, der in der ersten Reihe Platz genommen hatte, mit einbezogen.

Simone Rauhut, die Erzählerin, schlägt das Märchenbuch auf.

Simone Rauhut, die Erzählerin, schlägt das Märchenbuch auf.

Foto:Löffler

Der Platz vorm alten Backhaus, dem Dorfgemeinschafts-Haus, auf dem großen Linden und Kastanien Schatten spenden, war geschmückt mit Olympia-Piktogrammen und Flaggen. Dort gab es nach der Aufführung Kaffee und leckeren Kuchen, den die Frauen des Dorfes gebacken hatten. Den Kindern, die später zu lustigen Wettkämpfen antraten, wurden die Medaillen schon vorher ausgehändigt. Diese berechtigten dann zum Empfang der Dinge, die einen Sportler nach vorn bringen: Kuchen, Brause, Eis und Bockwurst. Auch das wohl ein wenig anders, als bei den richtigen olympischen Spielen.

Die Erwachsenen des Dorfes konnten sich mit Leckerem vom Grill für den angekündigten Tanzmusikmarathon stärken.

– Quelle: http://www.mz-web.de/24521908 ©2016

 

Hintergrund Verein führt Regie – Quelle: http://www.mz-web.de/24521904 ©2016
Hintergrund Verein führt Regie – Quelle: http://www.mz-web.de/24521904 ©2016
 
Hintergrund Verein führt Regie – Quelle: http://www.mz-web.de/24521904 ©2016
HINTERGRUND: Verein führt Regie   Der Nachwuchs ist begeistert von der Aufführung zum Kinderfest.

Der Nachwuchs ist begeistert von der Aufführung zum Kinderfest.

Foto: Löffler

Das Kinder- und Heimatfest in Ebersroda war das 27. seit der Wiederbelebung dieser alten Tradition, gab Sven Müller Auskunft. Er ist Vorsitzender des Freizeit- und Traditionsvereins, der 1997 gegründet worden ist. Dieser Verein hat auch bei anderen Festen im Dorf die Fäden in der Hand, denn auch die Pfingstburschen, die alljährlich das fröhliche Pfingsttreiben im Dorf organisieren, gehören ihm an. Ein drittes Fest und inzwischen auch Tradition ist der Umzug zu Halloween.

Die Tradition des Kinderfestes, so wissen Einwohner, reicht weit über 100 Jahre zurück. Es soll einst vom „Gesellschaftsverein Ebersroda“ ausgerichtet worden sein. In den 1990er Jahren gehörte zum Fest stets auch ein Umzug in historischen Kostümen. Ein solcher hat um 2006 letztmals stattgefunden. „Umzug und Theateraufführung, dafür fehlt uns die personelle Kraft“, sagt Sven Müller. Ohnehin sei es heute schwierig geworden, da doch viele junge Leute das Dorf verlassen haben. Zum Fest aber kämen viele zu Besuch in ihren Heimatort.

Der Treffpunkt des Freizeit- und Traditionsvereins Ebersroda ist das sanierte alte Backhaus, in dem in den Jahren 1972 bis 1990 der Dorfkonsum untergebracht war. Das steht auf dem Platz in der Mitte des Dorfes. Das Dorf, das rund 180 Einwohner hat und zur Gemeinde Gleina gehört, ist ein typischer Rundling: Die Gehöfte sind hufeisenförmig angeordnet, lassen nur einen schmalen Zugang zum Zentrum. (stö)

– Quelle: http://www.mz-web.de/24521904 ©2016